Darf ich vorstellen……….

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Vivian und Israel

Das ist unser neuer süßer Mitbewohner. Er heißt Israel und ist nun schon drei Wochen alt. Er kam per Kaiserschnitt auf die Welt und hatte dann noch eine Gelbsucht, weshalb er länger im Krankenhaus bleiben musste. Vivian ist mit ihm dort geblieben. Seit zwei Tagen sind sie wieder hier. Jetzt ist er wohlauf. Noch schläft er viel…….

….sehr durchwachsen, diese Woche…….

…….die Energiekrise in Ghana weitet sich aus.

Mittlerweile haben wir mehr Tage ohne Strom, als mit.

Das heißt der Diesel-Generator läuft dauernd, bei denen, die einen haben. Die, die keinen haben, kucken in die Röhre….. erste kleine Geschäfte machen schon schlapp…… Das ist echt katastrophal für die Wirtschaft; vor allem kleine und mittlere Betriebe können sich die Anschaffung und den Betrieb von Generatoren nicht leisten.

Die Regierung „bedauert“ die Energieknappheit, was ein Witz ist. Sie haben den wachsenden Energiebedarf des Landes einfach verpennt……oder verdient da jemand ganz gut am wachsenden Dieselmarkt? Jedenfalls setzten andere afrikanische Staaten wie z.B. Ruanda schon längst auch auf Solarenergie.

Für uns kam diese Woche noch hinzu, dass wir durch einen Wasserrohrbruch im öffentlichen Netz seit zwei Tagen kein Wasser haben……ich sitze also etwas stinky und sweaty am Laptop und schreibe diese Zeilen……..Wir hoffen, dass morgen eine Wasserlieferung kommt, die unseren Wassertank auffüllt, so dass wir, bis das Leck an der öffentlichen Leitung behoben ist, wieder „flüssig“ sind……

Es gibt aber auch Schönes zu berichten:

Vivian ist am Dienstag endlich mit dem Baby nach Hause gekommen. Der kleine Junge ist sooo klein und sooo süß! Ich vergesse immer, wie winzig so ein Säugling ist. Für morgen habe ich um einen Fototermin gebeten. Ich werde den jungen Mann (er hat noch keinen Namen) dann umgehend hier vorstellen.

Außerdem schön: Nächste Woche kommt unser erster Besuch aus Deutschland! Tätätäääää! Ute besucht uns für 12 Tage. Freue mich schon sehr darauf, mit ihr im Land herumzureisen.

Falls ihr noch  Ketten aus dem Ghanalightyouup-Projekt ordern möchtet: Bitte jetzt Bescheid geben, damit Ute sie dann mit nach Deutschland nehmen kann. Die neuen Modelle findet ihr unter Ghanalightyouup-Projekt (siehe Menüleiste).

Ach ja, last, but not least……Ghana hat sich gerade für das Endspiel des Afrika-Cups qualifiziert….. Sonntag ist Endspiel…mal sehen, wo wir einen Fernseher finden, um das live mitzuerleben…..

Update zu den Perlenketten vom Ghanalightyouup-Projekt

Letzte Woche war ich auf dem angeblich größten Markt Westafrikas für traditionelle Perlen. Der findet jede Woche donnerstags  in Koforidua, ca. eineinhalb  Stunden mit dem Auto von Accra entfernt, statt.

Leider konnte ich die pastell – türkisen Perlen von Modell 1 und 2 nicht mehr bekommen.

Das heißt, die eventuell noch vorhandenen Exemplare bei Hinz & Kunst in Erlangen sind vorerst die letzten  Ketten aus diesem Material.

Dafür gab es aber neue Formen in Messing oder besser Bronze – wie ich jetzt gelernt habe – und schöne warme Brauntöne bei den Glas- und Amberperlen.

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Ab nächstem Wochenende gibt’s dann die neuen Modelle auf dem Blog.

Wochenendspaß…….

Nachdem ich ja in meinem Beitrag über den Harmattan gejammert hatte, dass kein Regen in Aussicht steht, der die ganze staubige Tristesse  wieder sauber waschen würde, wurden wir am letzten Samstag eines Besseren belehrt: Es zog ein Fetzengewitter auf!

Eine Stunde lang stürmte und regnete es, wie wir es hier noch nicht erlebt haben. Gott sei Dank sind die Palmen im Garten nicht umgefallen…… Aber unsere Tropenholzfenster haben den Dichtigkeitstest leider nicht bestanden: Manni und ich hatten alle Hände voll zu tun, überall aufzuwischen, Schüsseln aufzustellen und zu verhindern, dass die ganze Bude unter Wasser steht. Dafür ist aber jetzt der Garten wieder schön frisch……

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Am Sonntag haben wir uns dann zu einem Besuch des National Museums von Ghana entschlossen.

Der eigentlich sehr schöne 50-er Jahre Rundbau ist leider sehr in die Jahre bekommen und bedürfte dringend einer Renovierung – siehe Fotos.

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Auch die Außenanlagen sind wie so oft in Ghana total vernachlässigt – ewig wurde nichts mehr erneuert, angestrichen oder neu angelegt…..man hat das Gefühl, das Gelände dient irgendwelchen Leuten als Ablageplatz, Hühner laufen herum und die „Aufsicht“ fleetzt in ollen Plastikstühlen im Schatten und liest in der Bibel…..

Die Ausstellung im Inneren hat zwar auch schon bessere Tage gesehen, war aber ganz interessant.

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Besonders aufschlussreich fand ich eine kleine Abteilung über die Zeit der Sklaverei in Ghana. Ich wusste zum Beispiel vorher nicht , dass der größte Teil der Sklaven aus Ghana (damals Goldküste) in die Karibik verschleppt wurde.

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Das paßt aber sehr gut zu folgender Geschichte: Bei einer Kunstausstellung vor 2 Monaten habe ich kurz mit der Eigentümerin der Galerie gesprochen.

Die bemerkenswerte Lady, Araba Kromantin, ist 97 Jahre alt und erklärte mir, dass sie auf Jamaika aufgewachsen sei. Als kleines Mädchen, habe  ihre Großmutter ihr immer erzählt, dass ihre Vorfahren von der „Goldküste“ kamen und dass sie das nie vergessen solle. Irgendwann beschloss sie, auf die Suche nach ihren Wurzeln zu gehen, verliebte sich in die Heimat ihrer Vorfahren  und lebt seitdem in Ghana. Hier wurde sie eine bekannte Künstlerin und Galeristin. Den Einfluss der Karibik kann man noch immer in ihren Bildern spüren.

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Die grauhaarige Dame in der Mitte ist Madame Kromantin bei der Vorstellung der Künstlerinnen bei besagter Vernissage im November 2014. Rechts neben ihr mit der roten Kette, Nana Amu, die ebenfalls Bilder beigesteuert hatte.

…..zurück in Ghana

Seit Mitte der Woche bin ich nach wunderschön – intensiven Weihnachtsferien zurück in Ghana. Ganz Accra ist von einer Staub-und Sandschicht überzogen, die der Harmattan, ein trockener Wüstenwind aus der Sahara,  immer um diese Zeit hierher weht. Der Staub kriecht durch jede Ritze, auf jedes Regal, jeden Tisch  und in jeden Schrank. Laut  Vivian ist es diesmal  besonders schlimm. Leider ist jetzt mitten in der Trockenzeit auch kein Regen in Sicht, der alles wieder sauber waschen würde. Aber alles hat auch sein Gutes:  Die Sonne schafft es kaum durch die dunstige Luft und es bleibt insgesamt eeeeetwas kühler.

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Verstaubte, traurige Palmen, trüber Himmel…. das ist Harmattan.

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Wüstenblume im Staub….

Ansonsten hier nicht viel Neues: Auch Ghana hatte Weihnachtsferien und alle starten so langsam ins neue Jahr. Nanas Baustelle ist immer noch nicht fertig, Vivians Baby noch nicht geboren. Es soll jetzt am 21. Januar per Kaiserschnitt kommen.

Nächste Woche gehen meine Deutschklassen (mittlerweile sind es zwei) am Goethe-Institut wieder los und somit auch für mich wieder der „Alltag“.

Das Glasperlenspiel

Die Herstellung und das Tragen von Perlen hat in Ghana eine lange Tradition. Nördlich von Accra werden die meisten dieser Glasperlen in traditionellen Werkstätten wie seit Hunderten von Jahren in Lehmöfen gebrannt. Vor ein paar Wochen habe ich zusammen mit Irina eine von ihnen besucht.

Hier ein paar Fotos:

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Die Perlenwerkstatt

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Der Rohstoff: Altglas

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Einer der Lehmöfen mit den Formen, in denen die Perlen gebrannt werden

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Qualitätskontrolle und Aufziehen der Perlen zu Strängen

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So werden die Perlenstränge zum Verkauf angeboten

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Messingperlen aus dem Westen Ghanas

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Im Verkaufsraum

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Mein erster Einkauf

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Erste Produkte des Ghanalightyouup-Projektes

Wen die Ergebnisse meines kleinen Perlenprojektes interessieren, der kann  auf meine neue Seite „Ghanalightyouup-Projekt“ (in der Kopfleiste) schauen.                                            

Western Region – Akwidaa

Das letzte Wochenende war ein verlängertes. Freitag war nämlich ein Nationalfeiertag: der „Farmers Day“ – zu Ehren der Farmer. Deshalb hatten alle frei. Die einzigen, die man hat arbeiten sehen, waren?…….die Farmer…….

Jedenfalls haben wir das Wochenende genutzt, um mit unserer Hiking-Gruppe einen Ausflug an die Küste der Western Region zu machen (westl. Abschnitt der ghanaischen Küste, Richtung Elfenbeinküste).

David, ein lustiger Engländer, hatte den Trip angeboten. Mit seinem knallorangen Safaritruck hat er uns am Flughafen von Takoradi abgeholt und über die bisher schlechteste Straße, die wir in Ghana erlebt haben, an den Strand von Akwidaa geschaukelt. Der Strand ist traumhaft: Palmen, weißer Sand, sauberes Wasser 25 Grad, schöne Wellen.

Big Orange

Big Orange

Irina und Luviu

Irina und Luviu

Im Inneren von Big Orange

Im Inneren von Big Orange

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Akwidaa ist ein Fischerdorf, dessen alter und neuer Teil jeweils auf einer Flussseite liegt, kurz bevor dieser ins Meer mündet. Die beiden Dorfteile sind über eine wildromantische Holzbrücke miteinander verbunden.

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Die Akwidaa Inn Lodge, in der wir untergebracht waren, von außen eigentlich ganz hübsch, war der einzige große Minuspunkt an dem Wochenende – ging eigentlich gar nicht! Kargste Möblierung, Löcher in den Moskitonetzen, Dusche: ein Schlauch, der aus der Wand kommt, vergilbte Bettwäsche…….  Da galt es:  Augen zu und durch……

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Das Programm für das Wochenende sah vor: Wandern zu einer Gummibaumplantage , Palmweingewinnung besichtigen, Paddeltour auf dem mangrovengesäumten Fluss, Nachtwanderung am Strand um ggf. Schildkröten zu beobachten (zwei Stunden von Mitternacht bis 2 Uhr bei  wunderschönen Vollmond gewandert aber keine Schildkröte, lediglich die Spuren von einer im Sand), Whale-Watching (2 Stunden bei sengender Sonne in einem Fischerboot – keine Wale weit und breit….Manni  und ich hatten uns wohlweislich stattdessen für ein paar Relaxing-Stunden am Strand entschieden 😉 in dem Boot wäre Manni vor lauter Seekrankheit gestorben….), afrikanische Tanz- und Trommelaufführung (atemberaubend).

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Gummiplanatge1Ausblick aus unserer Hütte

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Mir haben an dem ganzen Wochenenden am besten die Dörfer gefallen, durch die wir gewandert sind. Das Leben pulsiert dort in einer Art und Weise, wie wir es bei uns nicht mehr kennen. Alles spielt sich auf der Straße ab: kochen, essen, handeln, Haare flechten, Palmöl machen, waschen, schlafen, Netze flicken …… einfach alles. Die Hütten sind eher dunkle Löcher, die mehr als Aufbewahrungsraum und Schlafkammer dienen.

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