Mit Ute durch Ghanas Süden

Mitte Februar kam unser erster Besuch aus Deutschland: meine Freundin Ute aus Erlangen.

Nach einem Tag Akklimatisation in Accra, haben wir uns gleich auf die geplante Rundreise gegeben. Zwei weiße Frauen alleine mit dem Auto durch Ghana? – das hat bei einigen schon etwas Verwunderung ausgelöst: Very brave Ladies!!! –  Yes, we are!

Ausgerüstet mit den wichtigsten Utensilien: internationaler Führerschein, Autofeuerlöscher und frisches Este Hilfe-Set, um die gefühlten 1000 Polizeikontrollen ohne (Straf-)-Schmiergeldzahlung zu passieren und nagelneue Reifen für die zum Teil katastrophalen Straßen bzw. Pisten, gings los in Richtung Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti. Die Ashanti sind die größte, reichste und damit auch einflussreichste Volksgruppe Ghanas. Der Reichtum entstand und besteht bis heute durch die großen Goldvorkommen in der Region. Die Ashantie Goldfields Corporation war das erste an der Wall Street gelistete Unternehmen Afrikas.

Auf dem Weg Abstecher in das berühmte Weberdorf Bonwire. Hier entstehen die für die Ashantiregion berühmten Kente-Stoffe. Es werden zunächst schmale bunte Streifen gewebt, die später zu größeren Stoffbahnen zusammengenäht werden. Früher wurde Seide verarbeitet, heute bestehen die Stoffe aus Baumwolle. Kleidung aus Kente-Stoff wird auch heute noch zu besonderen Anlässen (Hochzeiten, Empfänge, Ehrungen, Feiertage) getragen.

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Alter Kente-Stoff

Am Abend erreichten wir Kumasi, wo wir nach längerem Suchen (man hatte die Straße umbenannt ;-)) unser Bed & Breakfast fanden.

Für unseren Tag in Kumasi haben wir uns einer Führerin anvertraut: Comfort (so heißt sie wirklich) war Gold wert! Sie bugsierte uns per TroTro und Taxi überall hin.

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Ute und Comfort auf einem Aussichtsturm, von dem man den Markt in Kumasi überschauen kann.

So besuchten wir die Messingperlenmacher von Kumasi, den Markt, der der größte in ganz Westafrika ist (was ich ausnahmsweise mal glaube, wirklich riesig), den Palast und das Palastmuseum der Ashanti, sowie das Kulturzentrum von Kumasi. Im Palast leben der amtierende König der Ashanti sowie die Königinmutter, angeblich 114 Jahre alt….

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Der Markt vor dem Markt…..

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Der eigentliche Markt – eine unendliche Wellblechfläche, von oben betrachtet eher trist aber im Inneren bunt und vielfältig.

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Ute im Plastiktütenparadies

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Dieses Präsent enthält alles, was man für eine Totenwaschung braucht. Rotes Paket für Frauen, in blau für Männer. Wird im Todesfall von der Schwiegerfamilie geschenkt…..andere Länder, andere Sitten.

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Hier wird Fufu, dasNationalgericht aus Kochbananen gestampft…..keine Chance für Chickenwings bei der Dame…..

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Die Händlerin bietet riesige Waldschnecken an. Die leben noch und sie hat alle Hände voll zu tun, die Viecher in Schach zu halten.

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Das Palastmuseum der Ashanti. Den eigentlichen Palast bekommt man nicht zu sehen.

Nach soviel Stadt brauchten wir etwas Erholung! Die fanden wir im Cocoa Village Guesthouse  am Bosumtwi-See. Der kreisrunde See ist vor Millionen von Jahr durch einen Meteoriteneinschlag entstanden und hat daher keine Verbindung zu einem Fluss.

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Morgenstimmung am See

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Eines der Gästehäuser

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Unser Bungalow

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Fischer auf dem See, die Boote sind nicht mehr als etwas dickere Bretter.

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Kitaplatz am Bosumtwi-See

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Das Guesthouse wird von einem jungen slowenische  Paar geführt, die hier in den letzten Jahres ein kleines Paradies aufgebaut haben. Wenn ihr mal in die Gegend kommt: sehr zu empfehlen. Außerdem interessant: die Green Ranch Lodge gleich nebenan. Eine französisch-ghanaische Rasta-Familie bietet neben Tagesausritten auf ihren Pferden rund um den See auch gutes vegetarisches Essen an.

Hier ein paar Fotos von der „Schule“ vor Ort. Wir waren geschockt. Offenbar hatte es aber vor Kurzem eine Schulmöbelspende gegeben……

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Ohne Worte

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Wenigstens eine Tafel gibt es

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Danach gings weiter an die Küste. In Cape Coast und Elmina stehen die als Weltkulturerbe bekannten größten Sklavenburgen der ehemaligen Goldküste. Von hier aus wurden Millionen von Afrikanern durch die wechselnden europäischen  Besatzer nach Amerika verschifft. Hier trugen sie als Sklaven durch ihre Arbeit auf den Plantagen jahrhundertelang nicht unerheblich zum Reichtum der westlichen Welt bei.

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Bucht von Cape Coast

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Die Sklavenburg von Cape Coast im 18. Jh. von den Briten errichtet.

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Sklavenburg von Elmina im 15. Jh. von den Portugiesen erbaut.

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In Räumen wie diesen mussten die Menschen dicht gedrängt und unter schlimmsten hygienischen Zuständen oft monatelang auf die Verschiffung warten. Nur zwei Drittel überlebten diese Zeit.

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Der Hafen von Elmina

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The Door of no Return. Von hier aus gingen die Sklaven auf die Schiffe, die sie nach Übersee brachten.

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Nicht weit entfernt von Cape Coast befindet sich der Kakum-National-Park. Hier verbrachten wir den letzten Tag unserer kleinen Rundreise. Highlight war der sogenannte Canopy-Walk über Hängebrücken durch die Baumwipfel des Regenwaldes. Total schön!

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Isaak, unser Guide, erklärt uns einen Kakao-Baum.

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Der Kakau blüht am Stamm…

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….und auch die Frucht wächst direkt am Stamm.

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Hier kann man übernachten…..

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Oft unterwegs unser Mittagessen: eine Cola

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Ein echtes Highlight, der Canopy Walk, 45 m über dem Boden.

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Zurück in Accra ging es für Ute weiter wie es begonnen hatte: kein Strom, sogar der Generator hatte seinen Dienst aufgegeben, so dass wir abends bei Kerzenlicht  dinieren mussten. Das ist mal ganz nett…..nervt aber auf Dauer….

Für die letzten Tage gabs auch noch ein strammes Progamm:  Jazz-Konzert mit Earl Klugh, shoppen, Grillabend mit Irina und Luviu, Yoga, Perlenmanufaktur, Pooltag im Labadi-Beach-Hotel und Ausflug mit unserer ghanaischen Wandertruppe.

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Jazz-Konzert in Accra: Earl Klugh

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Luviu, Irina, Manni und Ute

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Perlenworkshop zuhause

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Wilder Wandertrail mit der Hikinggruppe

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… sogar mit Gipfelkreuz

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Ute hat sich als total tropentauglich erwiesen! – Gaaanz Groooßer Ghana-Orden!!!

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